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Motorradreisen Oman

Märchen-Welt

Es war einmal... So fangen Märchen an, auch die aus Tausendundeiner Nacht. Die Geschichten von Sindbad dem Seefahrer, der vom Oman aus die Welt erkundete. Oder von den Heiligen Drei Königen, die über die Weihrauchstraße gen Bethlehem zogen. Geheimnisvoll und exotisch ist das Land auf der Arabischen Halbinsel bis heute geblieben.

Ich will hier keine Märchen erzählen von einem Land, wie es einmal war. Von einem Seefahrer, der sich von Affen sein Schiff klauen lässt und Königen, diescheinbar vom Weihrauch bekifft einem Stern hinterherlaufen. Ich möchte von einer Reise durch ein Land berichten, in dem man sich wie in einem Live-Märchen vorkommt. Von Menschen, die sich zwar als Sindbads Erben verstehen, aber lieber auf dem Highway Gas geben statt auf Wasserstraßen vor sich hinzuschippern. Und von Nächten in der Wüste unter freiem Himmel, bei denen man sich nicht entscheiden kann, welcher Stern am hellsten strahlt. Fahren wir los...

"Die Omanis sehen sich durchaus als Sindbads Erben. Ihre Schiffe sind heute dicke Pick-ups"

An den Klippen von Al Khabbah kommen wir ins Grübeln. Nur eine zerfurchte und mit dicken Steinen durchsetzte Sandpiste führt von der Straße an den Klippenrand. Mit den Harleys wird das kein Vergnügen. Also entscheiden wir uns, den letzten Kilometer lieber zu Fuß zurückzulegen. Ein an der Zufahrt in seinem Pick-up wartender Omani zeigt Erbarmen und bietet sich als Shuttle-Service an. Dankbar nehmen wir das Angebot an. Der gute Mann wartet sogar so lange, bis wir unsere Erinnerungsfotos geschossen haben. Danach bringt er uns wieder zurück zu unseren Maschinen. Ein freundliches „Sukran”, das arabische Wort für danke, reicht ihm als Belohnung. Ihm ein Trinkgeld anzubieten, käme einer Beleidigung gleich. Derartige Begegnungen haben wir immer wieder. Die Omanis sind ausgesprochen gastfreundlich und hilfsbereit. In einer Werkstatt, die wir wegen eines Umfallers aufsuchen müssen, schraubt der Mechaniker eine gute Stunde lang und wünscht uns danach „Yaumun saidun”, einen schönen Tag, ohne einen Rial, die Währung des Landes, von uns zu verlangen. Er könne ja einmal selbst in Not geraten, dann würden wir ihm auch helfen, erklärt er uns zum Abschied. Allerdings sollen wir ein Foto mit ihm und der Harley machen.

Unsere Motorräder sind die Attraktion, egal ob vor dem Fünf-Sterne-Hotel oder vor dem einfachen Imbiss an der Straße. Große Motorräder gibt es im Oman nur wenige, sie gehören meist Ausländern, die im Land arbeiten. Der Harley-Dealer in Muscat, ein Engländer, der seit zwanzig Jahren hier lebt, ist der einzige im Oman. Rund 70 Harleys verkauft er jährlich. Weit verbreitet sind dagegen Mopeds und Leichtkrafträder, überwiegend Hondas Cub und die kleine CB125F. Nach der Begrüßungsformel „As-salamu alaikum” (guten Tag) und einem „Alaikum salam” als Antwort ist das Eis zwischen Touri und Omani schnell gebrochen. Viele Omanis sprechen etwas Englisch. Nachdem man sich und seine Begleiter vorgestellt hat, fragt man gegenseitig nach dem Wohlbefinden und was in der Welt so los ist. Damit ist der formale Teil der Begrüßung erledigt und man widmet sich den Selfies mit Motorrad und Familie oder Fahrer, Motorrad und Handy-Besitzer oder in irgendeiner anderen Konstellation. Diese Begrüßungsrituale werfen jeden Zeitplan über den Haufen.

Vor 1970, als sich das Land dem Ausland öffnete, gab es ganze sieben (!) Kilometer asphaltierte Straße vor dem Sultanspalast in Muscat – auch Maskat geschrieben. Die restlichen Verbindungen bestanden aus staubigen Pisten. Die gibt es in der Wüste im Landesinnern und im Hadschar-Gebirge immer noch jede Menge, seit damals werden aber alle Verbindungen zwischen größeren Orten asphaltiert, was der Teer hergibt – mit dem netten Nebeneffekt, dass die Straßen perfekt zum Motorradfahren sind.

"Die „Grünen Berge” machen ihrem Namen wenig Ehre. Nackter Fels prägt die Al-Akhdar-Berge"

Das gilt auch für die herrliche Nebenstraße von Al-Kahburah am Golf von Oman nach Rustaq mitten durch die atemberaubende Gebirgslandschaft der Al-Akhdar-Berge, die Teil des Hadschar-Gebirges sind. Die „Grünen Berge” machen hier ihrem Namen keine Ehre. Die kurvenreiche Strecke führt durch tiefe Schluchten aus nacktem Fels und über wüstenartige Plateaus. Nur vereinzelte Oasen mit Dattelpalmen und einige meist ausgetrocknete, wenig Wasser führende Wadis bieten einen erträglichen Lebensraum.

„Grenzgebiet” heißt Rustaq übersetzt, der Name stammt von den Persern, die hier im siebten Jahrhundert herrschten. Wahrzeichen der ehemaligen Hauptstadt ist die Festung Qalaat al-Qesra, eine der imposantesten Burganlagen mit vier mächtigen Türmen, mehr als 20 Meter hoch. Von den aus Stein und Lehm erbauten Burgen gibt es im ganzen Land reichlich. Die meisten verfallen und sind nur noch an den Umrissen erkennbar, aber die bedeutendsten Anlagen wurden in den letzten Jahren renoviert. So auch die in Rustaq. Das Gewirr aus Gängen und Kammern, Bibliothek und Moschee bietet sich bestens an, märchenhafte Geschichten zu erzählen. Das gilt ebenfalls für die Festung von Barka, der ehemals bedeutenden Hafenstadt. Wie der märchenhafte Sindbad segelten von Barka aus die Schiffsleute mit ihren Dhaus los, den Zwei- oder Dreimast-Seglern mit dem typisch langen Vorsteven. Sie brachten Datteln, Limonen und Weihrauch nach Indien oder Ostafrika und kamen schwer beladen mit Gewürzen und Edelhölzern nach Arabien zurück. Den Hafen gibt es nicht mehr, nur noch eine kleine Anlegestelle für die lokalen Fischer, die allmorgendlich den frischen Fang aus ihren Holzbooten entladen und auf dem angrenzenden Fisch- und Gemüsemarkt verkaufen. Wer mehr über Sindbads Erben und deren Schiffe erfahren möchte, muss unbedingt nach Sur. Der Ruf der Dhau-Werften und ihrer Handwerker ist legendär. Seit Jahrhunderten werden die berühmten Segelkähne hier gefertigt. Von den einstmals sieben Werften existiert allerdings nur noch eine, die Dhaus baut. Wir cruisen auf der geschwungenen Hafenpromenade entlang der Lagune von Sur. „Corniche“ wird sie genannt, und man kommt sich wirklich vor wie in Nizza an der Promenade des Anglais.

Der Blick über die Bucht zum Leuchtturm ist herrlich. In der Lagune dümpeln einige Dhaus beschaulich vor sich hin, so als hätte man sie speziell für das Postkartenmotiv dorthin manövriert. Am Strand spielen Jugendliche Fußball, während wir aufpassen, nicht wieder eine jener bordsteinhohen Bodenwellen zu übersehen, die den Geschwindigkeitsrausch der Omanis eindämmen sollen. Deshalb hätten wir die Werft von Khalid Juma Al Hasoon fast übersehen. Durch ein kleines Eisentor kommt man in die Werkstatt unter freiem Himmel. Wir dürfen uns überall umsehen und über eine Leiter eines der halbfertigen Boote erklimmen. Neben der Dhau liegt das Baumaterial: Elastisches Zedernholz, hartes Teakholz sowie Bretter und Spanten. Drei Zimmerleute stehen davor und beratschlagen, welches Teil aus dem Holzmikado gerade gebraucht wird. Baupläne gibt es keine, nur das Wissen im Kopf, das vom Vater auf den Sohn vererbt wird. Das Holz wird wie zu alten Zeiten von Hand aus bearbeitet, elektrische Hilfsmittel wie eine Bohrmaschine kommen nur selten zum Einsatz. Khalids Vater, ein älterer Herr mit grauem Spitzbart unterbricht seine Teepause und schließt uns den kleinen Verkaufsraum mit kleinen und großen Schiffs-Modellen auf.

Für den Sultan von Oman fertigt die Werft übrigens originalgetreue Mini-Dhaus an, die der Herrscher auf Auslandsreisen seinen Gastgebern als Staatsgeschenk überreicht. Garmisch-Partenkirchen, wo sich Sultan Qabus ibn Said häufiger aufhält, besitzt wahrscheinlich auch so einen Vitrinensegler. Mit der Omanischen Obrigkeit hatten wir bisher wenig Kontakt. Lediglich einmal, beim Grenzübertritt in Hatta von den Vereinigten Arabischen Emiraten kommend, mussten wir bisher unsere Papiere vorzeigen. Um allerdings auf das Sayq-Plateau fahren zu dürfen, kommen wir um eine Polizeikontrolle nicht herum. Die „gefährlichste Straße des Oman” wartet auf uns. Den sagenhaften Ruf verdankt die ehemalige Militärstraße zahlreichen Unfällen der eher ans Geradeausfahren gewohnten Omanis. Von Birkat al Mawz, auf der südlichen Seite der Al Akhdar Berge gelegen, überwindet die Straße einen Höhenunterschied von mehr als 1500 Metern bis auf 2300 Meter Höhe. Es lohnt sich, den Straßenverlauf einmal auf Google Maps anzuschauen. Wie eine endlose Schlage windet sich die Straße mit unzähligen Kurven und Kehren mal mehr, mal weniger steil über 37,7 Kilometer hinauf nach Sayq, dem Hauptort auf dem Plateau. Autos dürfen die ehemalige Militärstraße nur mit Allradantrieb befahren. Für die Harleys haben wir eine Sondergenehmigung eingeholt. Früher mussten Motorradfahrer sogar eine spezielle Fahrprüfung vor den Augen der Kontrolleure ablegen.

Vorbei am alten Fort von Birkat al Mawz führt die Straße zunächst durch ein breites Wadi, an dessen Ende wir bereits die erste Steigung erkennen können. Die hat es optisch in sich, fahrerisch stellt sie allerdings kein Problem dar. Die Straße ist breit ausgebaut und teilweise mehrspurig, so dass man auch langsamere Fahrzeuge überholen könnte. Dann kommt die Schranke. Der Kontrollpunkt ist ausgebaut wie eine Grenzstation mit Wachhäuschen und Verwaltungsgebäude, richtig Respekt einflößend. Zur Überraschung spricht einer der Beamten sogar etwas Deutsch. Im Wachthäuschen lädt mich der Vorsteher zu Kaffee und Datteln ein. Genau so stelle ich mir die nächste Polizeikontrolle bei mir zu Hause vor. Die Fahrt aufs Plateau ist wirklich atemberaubend, wenn auch nicht ganz so extrem wie vorher erzählt wurde – etwa vergleichbar mit der Überquerung des Timmelsjoch. Von unten bis oben sind wir völlig alleine unterwegs Leider gibt es nur wenige Parkplätze, um zwischendurch auch einmal die Aussicht genießen zu können. Die ist leider ziemlich verbaut, aus Sicherheitsgründen wird die Straße von hohen Rampen gesäumt, so dass man sich – besonders bergab – wie auf einer riesigen Bobbahn mit überhängenden Kurven vorkommt.

"Motorradfahrer brauchen eine Sondergenehmigung: Die Fahrt aufs Sayq- Plateau gilt als gefährlichste Strecke im Oman"

Auf dem Plateau ist das Panorama noch eindrucksvoller. Aus rund 2000 Metern blickt man in eine abgrundtiefe Schlucht wie am Grand Canyon. Auf der gegenüberliegenden Seite klammern sich die Bergdörfer Al Ayn und Al Aqr wie Adlerhorste an die Felswand. Aufgrund des milden Klimas hier oben wachsen in den terrassenförmigen Gärten zwischen den steinigen Hängen Marillen-, Pfirsich-, Walnussund Granatapfelbäume. Sie sorgen für einen smaragdgrünen Teppich, der den „Grünen Bergen” ihren Namen gegeben haben dürfte. Wir fahren ans Ende der nun nur noch schmalen Straße, wo sich etwas unterhalb des Plateaus das Bergdorf Wadi Bani Habib in den Fels krallt. Es ist ein Geisterdorf inmitten eines romantischen Hains mit alten Walnuss- und Obstbäumen, durch den ein spärliches Bächlein fließt. Man kann sich gut vorstellen, dass an diesem schattigen Ort die Scheherazade, die Tochter des Wesirs, dem persischen König Schahrayar die Märchen aus Tausendundeiner Nacht erzählt hat. Anfang der 1980er-Jahre, als es die Militärstraße noch nicht gab und alle Güter mit dem Esel aus Birkat al Mawz hier hochgeschleppt werden mussten, haben die damals etwa 700 Einwohner ihr Dorf verlassen und sich auf der anderen Seite des Berges ein neues Zuhause eingerichtet.

Wadi Bani Khalid ist normalerweise ein Ort der Ruhe. Doch heute ist Nationalfeiertag. Da haben alle Omanis vier Tage frei, laden Sack und Pack und Familie in ihren Pick-up, um ans Meer zu fahren oder eines der wasserreichen Wadis zu besuchen. Neben dem Wadi Shab und dem Wadi Tiwi nahe der Küste ist das Wadi Bani Khalid mit mehreren Quellen die bekannteste und schönste Oase des Landes. Das Quellgebiet liegt mitten im Hadschar Gebirge. Die Sackgasse führt über ein teilweise nur einspuriges, verschlungenes Asphaltband aus der ebenen Sandwüste gute 30 Kilometer immer leicht bergauf durch einsame, baumlose Täler mit bis zu 2000 Meter hohen Bergen ringsum.

Dass wir diesmal nicht alleine unterwegs sind, erkennen wir am Ende der Straße. Ein Auto parkt neben dem anderen. Mit unseren Harleys sind wir dennoch ganz vorne dabei. Das Herz der Oase bildet ein riesiger, in der Sonne giftgrün leuchtender Teich, dessen Ufer Palmen säumen. Wir kommen uns vor wie in der Karibik. Es herrscht reges Treiben rund um den Badeteich und die weiteren, etwas höher gelegenen Pools. Die Ausflügler haben ihren gesamten Hausstand mitgebracht. Auf offenen Feuern köchelt in überdimensionalen Töpfen das Essen, das von den Frauen in ihrer bunten Sonntagskleidung überwacht wird, während die Männer rund um die Kanne mit dem süßlichen Tee palavern. Ein solches Schauspiel lässt uns fast vergessen, dass wir eigentlich hergekommen sind, um uns im kühlenden Nass etwas zu erfrischen.

Schließlich steht eine Wüstenübernachtung auf dem Plan. Und Wasser soll dort bekanntlich knapp sein. Schon auf dem Weg zum Wadi Bani Khalid hatten wir von der Hauptstraße aus am Horizont die Sanddünen der Ramalat al Wahiba ausgemacht. Neben der weltweit größten Sandwüste, der weiter im Süden gelegenen Rub al-Khali, ist die mit einer Ausdehnung von 100 mal 200 Kilometer auch unter dem Namen Wahiba Sands bekannte Einöde ein eher kleinerer Sandkasten. Für unsere Harleys ist sie groß genug, mit den dicken Bikes kämen wir keine fünf Meter weit in dem feinen Sand. Deshalb fragen wir uns schon die ganze Zeit, wie wir unser mitten zwischen den Dünen gelegenes Camp erreichen sollen. Links und rechts der immer noch asphaltierten Straße dösen ein paar Kamele vor sich. Des passenden Verkehrsschildes hätte es gar nicht bedurft. Dann ist die Straße zu Ende, zum unterhalb der Sandberge errichteten Beduinen-Camp Al Areesh geht es nur noch über eine Piste weiter. Allerdings nicht für die Harleys. „No 4WD, wait here and call the number below”, lesen wir auf einem Hinweisschild. Aber man hat uns wohl schon erkannt, ein Shuttle ist bereits unterwegs.

Wir haben die Wahl: Schlafen wir in der wärmeren Hütte oder richten wir unser Bett draußen im Freien ein? Die Warnung, die Temperaturen würden in der Nacht bis knapp an die fünf Grad fallen, nehmen wir nicht so ernst. Wann hat man schon einmal Gelegenheit, bei wolkenlosem Himmel Sterne ohne störende Lichtquellen zu betrachten. So liegen wir draußen auf der Matratze, wohlig in wärmende Decken gehüllt, und versuchen uns als Sternendeuter. Bei der Milchstraße sind wir uns sicher, auch den großen Wagen erkennen wir und die Sternschnuppe, die über uns hinwegrast. Einfache Dinge können so schön sein. Im Moment wollen wir noch gar nicht an das Ende unserer Reise denken, wenn wir in Dubai unserer Motorräder wieder abgeben und in eine unwirkliche Welt zurückkehren, die dem Gigantismus in Form von 800 Meter hohen Wolkenkratzern huldigt oder wo Skihallen in die Wüste gebaut werden. Märchenhaft ist anders.

MOTORRAD NEWS - von Norbert Meiszies (Text & Fotos)

Allgemeines:

Das Sultanat Oman ist etwa so groß wie Deutschland. Es liegt im Nordosten der Arabischen Halbinsel mit den Vereinigten Arabischen Emiraten im Westen, Saudi-Arabien und dem Jemen im Süden. Das Land besteht überwiegend aus Wüsten. Touristisch gut erschlossen ist die Dünenlandschaft der Ramalat al Wahiba. Der Norden des Oman wird beherrscht vom Hadschar Gebirge mit bis zu 3000 Meter hohen Bergen und schluchtenartigen Tälern. Der Süden mit dem Hauptort Salalah wird zu einem Touristenzentrum für Badeurlauber und Taucher ausgebaut. Hier liegt auch das Zentrum der Weihrauchgewinnung. Haupteinnahmequellen sind aber weiterhin die Erdöl- und Gasförderung.

Der Sultan:

Die Omanis nennen ihren Sultan Qaboos ibn Said (auch Qabus geschrieben) ihren „Papa”. Der heute 75-jährige Sultan öffnete nach dem Putsch gegen seinen Vater, der das Land im tiefsten Mittelalter gehalten hatte, im Jahr 1970 der Welt. Das Land trat der UNO und der Arabischen Liga bei, wahrt aber seine Neutralität. Deshalb nennt man den Oman auch „die Schweiz Arabiens”. Der Sultan modernisierte das Land, führte die Schulpflicht sowie ein kostenloses Gesundheitssystem ein und bekämpfte die extreme Armut. Es herrscht Religionsfreiheit, Frauen sind gleichberechtigt. Inzwischen musste an der Universität von Muscat sogar eine Männerquote bei den Studienplätzen eingeführt werden. Der absolute Monarch macht übrigens regelmäßig Urlaub in Garmisch-Partenkirchen.

Sicherheit:

Der Oman gilt als außergewöhnlich sicheres Land. Kriminalität gibt es so gut wie keine. Wir haben unsere Motorräder nie abgeschlossen oder das Gepäck extra gesichert. Islamistischer Fanatismus existiert nicht. Der Islam ist Staatsreligion, aber er erfuhr dank des Sultans eine eigene Ausprägung, die Ibadiyah. Sie gilt als sehr liberal, demokratisch und friedfertig. Polizei sieht man relativ selten, allerdings gibt es im ganzen Land an den Hauptverkehrsstraßen ab und zu Militärkontrollen.

Wetter:

Die beste Reisezeit ist von November bis März. Dann liegen die Temperaturen zwischen angenehmen 25 und 30 Grad. In den Bergen und nachts in der Wüste kann es allerdings kühl werden.

Geld:

Die Währung im Oman ist der Rial. Ein Rial entspricht etwa 2,50 Euro. Der Wechselkurs ist an den Dollar gebunden, momentan also nicht ganz so gut für Europäer. Dennoch ist der Oman ein günstiges Reiseland, Benzin kostet 30 Cent pro Liter. Kreditkarten werden nicht überall akzeptiert, man sollte an einer der Wechselstuben in den Ortschaften Bares umtauschen.

Essen & Tinken:

Es herrschen strenge Hygiene-Vorschriften, weshalb selbst im letzten Dorf der Cafe- Besitzer seine Getränke mit Gummihandschuhen serviert. Leitungswasser kann man beruhigt als Trinkwasser nutzen. Für eine Hauptspeise in einem der zahlreichen Imbisse und lokalen Restaurants zahlt man ab ein Rial für Speis und Trank. Wir haben z.B. für sechs Personen für leckeres Chicken Masala mit Softdrinks lediglich zehn Rial bezahlt. In den Hotels zahlt man für ein Bier etwa vier Euro, ein Menü gibt es ab 15 Euro. Der Islam verbietet den Genuss von Alkohol. Deshalb gibt es außer in einem in Muscat für Ausländer eingerichteten Laden weder Bier noch Wein einzukaufen – auch nicht im Restaurant. Lediglich in einigen großen Hotels in touristischen Zentren wird Alkohol ausgeschenkt.

Motorrad:

Im Oman gibt es leider (noch) keine Harleys zu mieten. Das könnte sich aber ab diesem Jahr ändern, dann soll es entsprechende Versicherungskennzeichen für Miet-Bikes geben. Der einzige Harley-Dealer im Oman hat sein Geschäft in Muscat (Bldg. 3221A, Dohat Al-Adab Street, Al-Khuwair, nahe dem Sultan Qaboos Freeway, www.oman.hdbws.com). Miet-Motorräder ab Dubai bietet seit kurzem das US-Unternehmen Eagle Rider an. Die Station liegt in der Nähe der Dubai Marina, dem Ausgehviertel der Stadt (Cluster H, Concorde Tower, www.eaglerider.ae). Von Dubai aus ist man in fünf Stunden am Golf von Oman. Neben der Haftpflichtversicherung benötigt man für den Oman eine Zusatzversicherung, die man beim Vermieter oder an der Grenze abschließen muss. Der Grenzübertritt mit den Motorrädern ist problemlos, kann aber Zeit kosten.

Organisierte Reisen:

Eine komplett organisierte 14-tägige Motorrad-Rundreise bietet der deutsche Motorrad-Reiseveranstalter rm-reiseteam jeweils im März und November an. Inklusive Flug, Miet-Harley, Versicherungen, Übernachtung und Begleitfahrzeug kostet die Tour für den Fahrer ab 6600 Euro.

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